Wohnungslos durch Jobcenter 11

Zum einen:
Habe heute Berta C.* auf der Straße getroffen, sie war grade auf dem Weg zum Jobcenter. Ich weiß von ihr, daß sie ihre Wohnung verloren hat, und sich von Zwischenmiete zu Zwischenmiete hangelt. Hier mal einen Monat, dort vielleicht drei. Noch näher kann man kaum an der Wohnungslosigkeit sein, ohne wohnungslos zu sein.
Das Jobcenter hat sie dann in dieser Situation auch noch mit der Miete hängen lassen, und seit zwei Monaten nicht gezahlt.
Statt ihre Zeit mit der Suche nach einer dauerhaften Wohnung zu verbringen, muß sie sie nun dafür aufwenden, das Jobcenter davon abzuhalten, sie noch die letzte kurze Strecke in die „richtige“ Wohnungslosigkeit zu schieben.

Zum anderen:
Falls jemand sich das nicht vorstellen kann: In dem Film hier kann man sich das mal ansehen, wie es aussieht, wenn ein Jugendlicher zu hundert Prozent sanktioniert wird.
Die Sachbearbeiterin meint es ganz furchtbar gut mit dem jungen Mann, und kann das ganz prima damit vereinbaren, ihm für drei Monate den Lebensunterhalt komplett zu streichen, auch wenn er gerade eine eigene Wohnung gefunden hat.
Und dann fragt sie ihn noch ganz vorwurfsvoll, wie er sich das vorstellt, mit der neuen Wohnung und einer Sanktion, als hätte nicht sie selbst ihn gerade sanktioniert.
Ab Minute 2:45 etwa.

Update 8.Februar 2013:
Igitt, ein Maskulistenblog hat diesen Beitrag zitiert und verlinkt. Folgendes: Ich bin selbst eine Frau, und mir ist scheißegal, ob eine Frau einen Mann, ein Mann eine Frau, ein Mann einen Mann oder eine Frau eine Frau sanktioniert und in die Wohnungslosigkeit treibt. Die Sanktionen müssen aufhören, Regelsatz und Wohnkosten müssen der Realität angepaßt werden, und Arbeitsvermittler_innen müssen aufhören, sich was vorzumachen.
Maskulisten, für Euch ist hier nix zu holen, verschwindet.

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