Wohnungslos durch Jobcenter 13

Die Jobcenter wissen ganz genau, daß Sanktionen wohnungslos machen, wie ich gerade erfahre.
Jedoch werden Sanktionen scheinbar in überhaupt keinen Zusammenhang mit dem eigenen Verwaltungshandeln gebracht und Spielräume des Jobcenters und der Beschäftigten zur Sanktionsvermeidung überhaupt nicht erst gesehen. Die Erwerbslosen sanktionieren sich aus dieser Sichtweise praktisch selbst, weil sie nicht tun, was das Jobcenter sagt. Ob dieses dann tatsächlich hilfreich ist, fällt dabei komplett hintenüber.

Hier ein Zitat aus der Kooperationsvereinbarung des Jobcenters Friedrichshain-Kreuzberg mit dem Bezirksamt.
Auf Seite fünf heißt es zum Punkt „Sanktionen“:

„ALG II-Empfangenden, bei denen durch eine eintretende Sanktionierung die Kosten der Unterkunft betroffen sein werden (bzw. als letzte Stufe sogar vollständig versagt werden sollen), sollen vor Eintritt der Sanktion ein Beratungsangebot der sozialen Wohnhilfe erhalten.

Ziel ist, den drohenden Verlust der Wohnung – mit den bekannten negativen Folgen – durch ein verstärktes sozialpädagogisches Beratungsangebot zu verhindern, darüber hinaus eine Klärung der Gesamtsituation zu erreichen, die Mitwirkungsbereitschaft wiederherzustellen und mögliche Veränderungsschritte zur Integration in die Wege zu leiten.“

Weiter oben heißt es:

„Der Eintritt von Obdachlosigkeit ist unter allen Umständen zu vermeiden.“

    Ja, dann sanktioniert uns halt nicht!!!!!

Die psychosoziale Beratung brauchen die Berliner Vermieter, zum Beispiel der Typ, der über Rosemarie F. sagte, sie solle doch in den Dschungel gehen oder sich umbringen.
Mit psychosozialer Beratung kann man die Wohnung nicht bezahlen, die Vermieter wollen Geld.

Hier gibts den zitierten Kooperationsvertrag als pdf.

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3 Kommentare zu Wohnungslos durch Jobcenter 13

  1. Schreckliche Machenschaften !

    Heute habe ich vom Tod der zwangsgeräumten Rosemarie F. erfahren.
    Daraufhin hatte ich von unserem uns beaufsichtigenden Personal, Steffi, eine schräge Ansprache, das Rosi auf Grund ihrer Kratzbürstigkeit und manchmal boshaften Art
    die Quittung bekommen hat. „Das läßt sich niemand gefallen. “ Auch wenn sie nicht
    sanktioniert wurde als Rentnerin, ist das wohl das Unmenschlichste jemanden genau das vorzuhalten, was die Gesellschaft aus Rosi gemacht hat. einen mürrischen hilflosen alten Menschen, der den Glauben an die Zukunft verloren hat, weil die Rechtlosigkeit in der jeder Sozialleistungsberechtigte gehalten wird, ihn zum Bittsteller
    werden läßt. Jeder weis, das das nichts mit Menschenwürde zu tun hat, weil man eben einen Tritt bekommt, zur rechten Zeit, wenn es mal passt.
    Schlimm das die Linke da auch mitgespielt hat. Ich weis von Rosi von Kontakten zu Gregor Gysi. Fazit ist das absolute Nein zu so einer Politik.
    Als ich im Obdachlosenasyl fragte nach der Meldung im Radio, ob nicht einer der Politiker eine Unterbringung in einem Seniorenheim organisieren konnte, ging unsere
    Steffi in ihr Büro und hatte nichts mehr zusagen, nachdem sie diese Zwangsräumung
    am Dienstag zuvor verteidigt hatte.
    Vielleicht sollte man aufrufen, wegen der zu erwartenden Zwangsräumungen. Kolonien von fahrendem Volk müßten vorm Bundestag hausieren, besonders die mit
    Sanktionen, egal warum. Sanktionen und ihre Folgen sind ein Angriff auf unser Leben
    und lassen sich nicht vereinbaren mit der Würde des Menschen.
    Grundgesetz oder Sklaverei? Das könnte ein Motto sein für unsere Aktionen. Jeden
    Zwangsgeräumten würde ich ebenfalls auffordern sich anzuschließen. Das Recht auf eine eigene Wohnung nach Artikel 28 der Berliner Verfassung lasse ich mir nicht vom
    SGB II oder dem Mietrecht ( BGB) kaputtmachen. Diese Gesetzgebung ist seit 1945 untergegangen und darf nicht zur Anwendung kommen, weil das Verfassungshochverrat ist nach der Definition der freiheitlich demokratischen Grundordnung. Bundesverfassungsgerichtsurteil vom 23.10.1952 ,1BvB 1/51 Leitsatz 2. Ich schlage vor diese Leute wegen Verfassungshochverrat anzuzeigen, besonders die Politiker, die nicht reagiert haben und damit der Zwangsräumung zugestimmt haben.
    Jeder, der Sanktionen hat sollte eine Verfassungsbeschwerde machen, wegen Verweigerung des Existenzminimums und die Verantwortlichen wegen Verfassungshochverrat anzeigen. Anzeige zur Staatsanwaltschaft alle Instanzen, danach zum Bundesverfassungsgericht. Ich fühl mich so alleine. Ich glaube die haben noch nicht genug zu tun.
    Kommt gut, meinen Sanktionsbescheid konnte ich so wenigstens 3 Monate aufschieben. Lasst Euch nicht nicht unterkriegen und übt Solidarität, wo Ihr könnt.
    wir müssen zusammenhalten, dann dauert es nicht mehr lang.
    Erst kommt die Sicherung der eigenen Existenz und dann kann man mal schauen, wo man für die Allgemeinheit etwas Gutes tuen kann. Ausbeutung macht einem zum Sklaven. Lasst Euch nicht erpressen von Sanktionen!

    Dietlind Schmidt

  2. Pingback: Wollte Rosemarie Fliess “sich nicht helfen lassen”? « Zwangsräumungen gemeinsam verhindern

  3. Pingback: Kampf der Gigantinnen: Die Bundesagentur für Arbeit gegen die Meinungsfreiheit (Essay) | Christel T.'s Blog

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