Wohnungslos durch Jobcenter 19: Die üblichen Verdächtigen

Das Berliner Bündnis gegen Zwangsräumungen berichtet über den Fall einer vierköpfigen Familie, die Anfang Oktober ihre Wohnung räumen soll (das heißt: falls das Bündnis es nicht verhindern kann).

Aus dem Blog des Bündnisses:

Die Familie A. wurde vom Amtsgericht Neukölln verurteilt, die Wohnung zum 15.10.2013 zu räumen, obwohl alle Mietschulden gezahlt sind und, wie selbst vom Gericht festgestellt, seit Ende 2011 keine neuen Mietrückstände aufgelaufen sind. Hintergrund der Kündigung waren Rechtsstreitigkeiten über Mietminderung wegen unterlassener Renovierung eines Wasserschadens, dubiose Mieterhöhungen und Zahlungsverzug wegen langer Bearbeitungszeiten des JobCenters Neukölln.

Hier wieder die üblichen Verdächtigen zugange: Vermieter, Jobcenter, Gericht.

Mietschulden der Familie sind alle längst bezahlt, und würde ein Vermieter mal einen bösen Brief ans Jobcenter direkt schreiben, statt die MieterInnen rauszuwerfen, könnte das evtl. viel zur Zuverlässigkeit der Mietzahlungen beitragen.

Ein solchenVorgehen würde selbstverständlich den guten Willen des Vermieters voraussetzen.

Hierzu das Bündnis gegen Zwangsräumungen weiter:
Der gesamte Vorgang, inklusive der schikanösen und rassistischen Behandlung durch die Hausverwaltung, legt die Vermutung nahe, dass hier aus Profitgründen der Verlust des sozialen Umfeldes und die Obdachlosigkeit einer Familie mit ihren minderjährigen Kindern billigend in Kauf genommen wird.

Auf Gesprächsangebote reagierten weder die Hausverwaltung noch die Eigentümer. Der Eigentümer Wolfgang Schröder war in einem Gespräch an der Tür seines Büros nur zu wenigen Sätzen bereit. Auf die Frage, ob er die Obdachlosigkeit einer Familie in Kauf nimmt, antwortete er nur kaltschnäuzig „das interessiert mich alles nicht“.

„Zahlungsverzug wegen langer Bearbeitungszeiten des JobCenters“ gilt übrigens als besondere Spezialität des Jobcenters Neukölln.

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