Wohnungslos durch Jobcenter 20: Entmieter spannt Jobcenter ein

Mit der Bezeichnung „VERmieter“ kann man so jemanden nicht adeln.
Dieser Entmieter bediente sich offenbar des Jobcenters, um einen Räumungsvorwand zu erzeugen.

In einem sechsseitigen Artikel „Investoren gegen Mieter: Da ist die Tür!“ von Verena Friederike Hasel berichtet Der Tagesspiegel auf der letzten Seite:

    „Vielleicht ist Sascha Klupp [Entmieter], (…) wieder in sein Büro gegangen. Weit hätte er es nicht gehabt, er arbeitet am Kurfürstendamm 102. Das Haus gehört ihm und hier sitzen gleich mehrere seiner Firmen. (…) Und aus diesem Haus rief vor kurzem ein Mitarbeiter Klupps beim Jobcenter an und teilte mit, dass einer ihrer Leistungsempfänger, der zugleich Mieter Klupps ist, in – so steht es in der Gesprächsnotiz vom Jobcenter – OAW sei. OAW ist die amtsdeutsche Abkürzung für Ortsabwesenheit und ist ein Zustand der Nichtanwesenheit, der Hartz-IV-Empfängern nicht gestattet ist: Sie müssen sich stets abmelden. Außerdem heißt es in der Notiz, dass der Vermieter den Mieter zu den Geschäftszeiten nicht erreiche und vermute, dass er eine Arbeit aufgenommen habe. Sascha Klupp bestreitet diesen Hergang, „der genannte Mitarbeiter hat nichts mit dem Vorgang zu tun“, lässt er über seinen Anwalt ausrichten. Die Gesprächsnotiz des Jobcenters liegt dem Tagesspiegel vor, darauf stehen der Name, die Büro- und die Handynummer vom Mitarbeiter Klupps. Außerdem ist darauf ein handschriftlicher Vermerk – dem Mieter sind seine Leistungen gekürzt worden. Fällt dadurch auch nur eine Monatsmiete aus, gibt das dem Eigentümer einen triftigen Grund für eine außerordentliche Kündigung.“

Vermutlich gibt es eine Dunkelziffer für solche Vorfälle.
Daß der Mitarbeiter des Entmieters Namen und Rückrufnummer angegeben hat, kann auf Dämlichkeit oder auf Dreistigkeit zurückgeführt werden. In aller Regel dürften solche Anrufe anonym erfolgen.
Wenn Jobcenter schon mal gerne zuerst Leistungen kürzen, und hinterher erst Fragen stellen (wenn überhaupt), überrascht das nicht wirklich.
Daß ein Jobcenter wirklich JEDEM eher glaubt als dem betroffenen Leistungsbezieher, ist auch keine Nachricht.

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