Sozialindustrie 5: Nazis willkommen

Gehören Bildungseinrichtung auch zur Sozialindustrie?

Im weitesten Sinne vermutlich schon. Sicherlich dann, wenn sie Unternehmen sind und ErzieherInnen und SozialassistentInnen ausbilden.

Die AFBB Akademie für berufliche Bildung gGmbH in Berlin Mitte bildet eine Aktivistin der NPD und Mitglied des „Ring nationaler Frauen“ zur Sozialassistentin aus, wie das Infoportal Hellersdorf berichtet.

    Aus ihren be­ruf­li­chen Am­bi­tio­nen macht sie kei­nen Hehl, so be­zieht Sie sich re­gel­mä­ßig in ihren Reden dar­auf, dass sie wisse wovon Sie rede, wenn Sie vom Schutz un­se­rer Kin­der redet, da sie schließ­lich im so­zia­len Be­reich viel mit Kin­dern zu tun habe. Mit Schutz meint Fank vor allem ihre pa­ra­no­ie­de Angst vor „Aus­län­dern“. Wenn es nach Maria Fank gehe, solle „keine Ver­mi­schung statt­fin­den mit an­de­ren Völ­kern“ – diese Aus­sa­ge gab sie in einer Sen­dung des neo­na­zis­ti­schen On­line-​Ra­dio FSN-​TV am 16. Juni 2013 von sich. Im wei­te­ren Ver­lauf der Sen­dung wurde die Frage be­züg­lich des Um­gangs mit Mi­gran­tIn­nen in der Pfle­ge ge­stellt. Drauf ant­wor­te­te sie: „Da muß ich auch mal über den ei­ge­nen Schat­ten sprin­gen, aber in der Pfle­ge darf man es sich aus­su­chen, ob man zu dem­je­ni­gen hin möch­te oder nicht“ und „es war ge­ne­rell so, dass, wenn ich es vemei­den konn­te, habe ich es ver­mie­den“.

schreibt der Blog.

Die AFBB gGmbH ist eine Tochter der Dresdener Akademie für Wirtschaft und Verwaltung GmbH (AWV), die seit 1990, Überraschung, Arbeitslose „mit einer hohen Vermittlungsquote in den Arbeitsprozess eingegliedert“ hat.

Auf der Webseite der Muttergesellschaft findet sich auch ein Bericht über eine Veranstaltung zum Thema Menschenrechte.
Zu diesem Thema hatte man als Experten Herrn Textor eingeladen, den ehemaligen Leiter des Spezialeinsatzkommandos des Landes Berlin.

    Anregend und informativ bot der ehemalige Leiter der Spezialeinsatzkommandos des Landes Berlin Ausschnitte zu Fällen dar, in welchen die Gratwanderung zwischen Verletzung der Menschenwürde und dem Schutz der Opfer im Zentrum standen. (…)
    Man müsse vor allem an die armen Geiseln denken und den Polizisten im Spezialeinsatz auch rechtlich den Rücken decken, so Herr Textors Credo.
    Und sicherlich verlaufe auch nicht jeder Polizeieinsatz optimal.

So der Bericht.

Dafür, daß bekannte Nazis dafür ausgebildet werden, mit solchen Menschen umzugehen, die sich besonders wenig wehren können, finde ich, wäre „Profitstreben“ schon eine ganz schön lahme Ausrede.
Nicht, daß das Unternehmen sich dazu geäußert hat: „Auf Nach­fra­gen von Jour­na­lis­tIn­nen und
Zi­vil­ge­sell­schaft blockt die Schul­lei­tung ab“
, sagt das Infoportal Hellersdorf.

Heute (14.10.) findet um 12:30 Uhr vor der Schule eine Demonstration statt, Alte Jakobstr.83.

Update: taz berichtet von der Demo

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